Mittwoch, 16. Februar 2022

05.06. Coburg - Pottenstein

Etappe 7

Entfernung: 78 km
Höhenmeter: 930 Meter

 


Das war heute auf jeden Fall der interessanteste Tag bislang. Mit 930 Höhenmetern war es auch der bislang schwierigste. Es ging immer nur bergauf und bergab. Mit 550 Metern, habe ich auch den bislang höchsten Punkt überfahren. Heute gab es auch den ersten Regen während meiner Tour. 4 km vor dem Ziel, fing es an zu plästern. Und in Pottenstein war der Regen auch schon wieder vorbei. Eigentlich sollten heute noch schwere Gewitter kommen, die sind aber alle vorbeigezogen. In Pottenstein bin ich dann noch etwas durch die Fränkische Schweiz gewandert u.a. rauf zur Burg Pottenstein. Ich bin wohl durch das Radfahren nicht genug ausgelastet, grins. Als ich mir dann in der Unterkunft noch ein Radler bestellt hatte (was soll ein Radfahrer auch sonst trinken), winkte mich ein ebenfalls allein trinkender Urbayer an seinen Tisch. Wir müssen ja nicht alleine trinken, meinte er. Okay, also habe ich mir eine Lektion bayerischen Dialekt abgeholt und mit ihm zusammen getrunken. Aber verstanden habe ich echt nicht viel von ihm. Trotzdem fand ich es ganz witzig, mal mit den Eingeborenen Kontakt aufzunehmen. Abends habe ich dann noch ein Ehepaar im Restaurant kennengelernt, die mit dem Motorrad nach Kroatien fahren wollen. War auch ganz interressant. Das ist eben der Vorteil, wenn man alleine unterwegs ist. Da lernt man eine Menge Leute kennen. Meine Unterkunft ist heute so lala, aber das wusste ich bereits im Vorfeld. Im Januar war aber nichts anderes zu finden. Aber ich werde es schon überleben. Mann braucht ja im Prinzip auch nur ein Bett und eine Dusche bzw. Klo. Morgen Geht es dann nach Amberg, wo ich in einem ehemaligen Knast übernachte.

War echt steil






06.06. Pottenstein - Amberg

Etappe 8

Entfernung: 64 km
Höhenmeter: 650 Meter

 

Obwohl es heute mit 65 km die bislang kürzeste Etappe war, habe ich oft nur geflucht. Es ging fast 30 km nur über Schotterwege. An manchen Stellen wäre ein BMX Rad besser gewesen, gerade bergauf. Da muss mir in der Planung wohl ein Fehler passiert sein. Landschaflich war es natürlich sehr schön schön, es ging fast nur durch Wälder. Teilweise ging es über 10 km durch die Landschaft, ohne an einem Ort vorbei zu kommen. Da ich erst um 15 Uhr im Hotel einchecken konnte, musste ich etwas vom Gaspedal gehen. Darum habe ich auch das Fahrrad einige Schotterwege raufgeschoben. Es nützte aber nichts, um 14 Uhr war ich in Amberg. Zum Glück war das Zimmer schon fertig. Das Zimmer ist gut, heute schlafe ich nämlich in einer Gefängniszelle. Das Knasthotel Fronfeste war tatsächlich bis 1966 ein Knast. Ist schon etwas unheimlich,  wenn man durch die Gänge läuft. Die Stadt Amberg hat eine tolle mittelalterliche Innenstadt. Bei schönem Wetter bin ich am Nachmittag durch die Stadt geschlendert. Morgen geht es dann weiter zur Donau nach Regensburg.

07.06. Amberg - Regensburg

Etappe 9

Entfernung: 63 km
Höhenmeter: 540 Meter

 


Das war heute eine relativ kurze Etappe mit 63 km. Planmässig sollten die ersten 40 km immer an der Vils entlang gehen und dann sollten noch zwei Anstiege kommen. Da ich aber heute keine Lust auf Anstiege hatte, bin ich weiter an den Flüssen Naab und Donau gefahren. Die Strecke war auch nur 5 km länger. Dafür war der Weg kein Asphalt, sondern ein Kiesweg. Das war total kacke, weil es hier am Morgen geregnet hat. Deshalb spritzte mir der ganze Belag entgegen. Ich und das Fahrrad waren sofort dreckig. Darum habe ich dann den Fahrradweg verlassen und bin auf die Hauptstraße rauf. Das war eine gute Entscheidung.  Somit bin ich halbwegs sauber an der Unterkunft angekommen. Heute sogar schon um 13:30 Uhr. Aber es waren ja auch keine Berge dabei. Danach wollte ich mir dann ein paar neue Klamotten kaufen. T-Shirts und Unterwäsche waren mal wieder fällig. Leider gab es in der Innenstadt von Regensburg keine Geschäfte, wo ich etwas günstig erwerben konnte. Also bin ich 3 km zu einem Einkaufszentrum gepilgert. Dort gab es dann C&A, wo ich mich günstig eindecken konnte. Zurück bin ich dann mit dem Bus gefahren. Endlich kam mein 9 Euro Ticket mal zum Einsatz, was ich vorsichtshalber mitgenommen habe. Die Stadt ist sehr chic, ich habe einen ausgiebigen Rundgang gemacht inkl. Einkaufszentrum. 

Kallmünz an der Naab







08.06. Regensburg - Landshut

Etappe 10

Entfernung: 68 km
Höhenmeter: 440 Meter

 


Tja, heute gibt es von der Etappe nicht viel zu berichten. Ich war gewohnt schnell unterwegs und habe Landshut nach 5:30 h um 13:30 Uhr erreicht. Also genug Zeit, eine der schönsten bayerischen Stadt ausgiebig zu erkunden. Landshut besitzt wie Coburg, eine tolle Burg. Die Burg Trausnitz lag natürlich 100 Meter über der Stadt, weshalb ich wieder gewandert bin. Der Ausflug hat sich aber gelohnt, eine ganz tolle Burg. Es ist für mich ja auch eine Burgentour. Morgen erwartet mich in Burghausen die längste Burg der Welt. Darum dann auch ein Tag Pause. Leider ist für morgen der erste Regentag angesagt. Obwohl das Wetter ja sehr wechselhaft ist, hatte ich bislang immer Glück und bin ohne Regen gefahren. Das liegt aber auch daran, dass ich immer sehr früh am Ziel bin. Würde ich bis 16:00 Uhr fahren, wäre ich schon diverse Male nass geworden. Eine Anekdote habe ich noch. Bin ich gestern noch 3 km zu einem C&A gepilgert, wohne ich heute genau gegenüber. Bei C&A kaufe ich immer günstige Unterwäsche und T-Shirts. 17 Unterhosen würden zu viel Platz wegnehmen, grins. So, nun lasse ich Bilder sprechen. 








09.06. Landshut - Burghausen

Etappe 11

Entfernung: 78 km
Höhenmeter: 560 Meter

 

Heute sollte es der große Regentag werden. Allerdings bin ich die ersten 50 km ohne Regen gefahren. Dann zogen von hinten aber sehr dunkle Wolken auf und es hat auch aus der Ferne gedonnert. Was also tun, wo noch 30 km zu fahren waren? Sollte ich das Gewitter abwarten oder Gas geben? Denn noch war das Gewitter ja nicht da. Ich habe mich dann für's Gasgeben entschieden. Also bin ich mit teilweise über 30 km/h Richtung Burghausen gebrettert. Und irgendwie konnte ich das Gewitter dann auch abhängen, die Front ist in Altötting scheinbar stehen geblieben. Ein wenig Regen habe ich zwar doch noch abbekommen, aber das war nicht der Rede wert. Am Ende war es dann auch die schnellste Etappe, die ich über 80 km gefahren bin. So, und in Burghausen habe ich dann auch endlich mal ein Tag Pause. Ich wohne direkt in der schönen Altstadt, direkt unterhalb der berühmten Burganlage. In Burghausen steht ja die längste Burg der Welt - mit über 1000 Meter Länge. Und was soll ich sagen? Die Burg ist fantastisch. Am Freitag habe ich die Anlage ausgiebig erkundet. Einen Abstecher nach Österreich habe ich auch bereits unternommen, die Landesgrenze verläuft mitten durch die Salzach. Warten muss ich noch etwas auf die Alpen. Die sehe ich erst am Samstag in Fuschl am See. Das wird dann das nächste Highlight meiner Tour.










10.06. Pause in Burghausen

 

11.06. Burghausen - Fuschl am See

Etappe 12

Entfernung: 71 km
Höhenmeter: 920 Meter

 


Heute ging es weiter mit einer harten Bergetappe durch die Voralpen. Immerhin musste ich über 900 Höhenmeter bewältigen. Für mich ist das immer ein Highlight, wenn dann endlich die Alpen auftauchen. Dieses Mal hat es ja ein wenig länger gedauert, bis es so weit war. Normalerweise erreiche ich die Alpen ja schon nach 10 Etappen, aber auf dieser Tour musste ich bis zur 12 Etappe warten. Aber mein heutiger Zielort ist echt traumhaft. In Fuschl am See kann man es auch ein paar Tage länger aushalten. Der See liegt traumhaft Schön, an den ersten Alpenausläufern. Und das Hotel ist auch super. Ich sitze den ganzen Nachmittag an der Hotelterrasse direkt am See - herrlich. Und das bei bestem Wetter. Nun freue ich mich auf das Abendessen und natürlich auf den morgigen Tag, wenn es weitergeht zu meinem nächsten Highlight, nach Hallstadt am Hallstädter See.










12.06. Fuschl am See - Hallstatt

Etappe 13

Entfernung: 49 km
Höhenmeter: 440 Meter

 

Heute waren es nur 50 km, die ich zu bewältigen hatte. Ich bin zwar etwas später aus Fuschl losgefahren und bin auch etwas gedrosselt gefahren, dennoch habe Hallstatt um 13:15 Uhr erreicht. Es war ein toller Moment, als die Stadt nach einer Kurve vor mir aufgetaucht ist. Hallstatt ist für mich persönlich der schönste Alpenort, den ich kenne. Und der Hallstätter See erinnert an einen norwegischen Fjord, absolut malerisch. Nachdem ich im Hotel eingecheckt hatte, bin ich gleich weiter und bin Wandern gegangen. Im Grunde mache ich ja eine kombinierte Rad- und Wandertour. Morgens Radfahren und nachmittags Wandern. Ich bin ja auch auch schon auf drei Burgen gewandert, die alle auf einem Berg lagen. Heute bin ich auf den Salzberg gewandert, der knapp 400 Meter über den See liegt. Ich muss sagen, dass es mir bislang gesundheitlich nie besser gegangen ist, wie auf dieser Tour. Das überrascht mich etwas, da ich völlig untrainiert in die Tour gestartet bin. Und so langsam nagt ja auch der Zahn der Zeit an mir. Nun ja, ein paar Tage habe ich ja noch. Mit Hallstatt habe ich das erste große Ziel auf jeden Fall gut erreicht. Das zweite Ziel ist dann die 1700 Meter hohe Ankunft beim Berghotel Thürlwand, direkt am Dachsteingebirge. Ich bin auch hier recht optimistisch, dass ich dieses Ziel erreichen werde. 

13.06. Pause in Hallstatt

 

14.06. Hallstatt - Gröbming

Etappe 14

Entfernung: 65 km
Höhenmeter: 740 Meter

 


Das war heute eine wunderschöne aber auch sehr anstrengende Etappe von Hallstatt nach Tuchendorf (Gröbming). Zuerst ging es 200 Höhenmeter rauf zum Koppenpass. Dann folgte bis Bad Mitterndorf ein langer Anstieg auf einem Schotterweg. Den einzigen Schotter den ich gut finde, ist der Schotter im Portemonnaie. Und nach Bad Mitterndorf folgte dann wieder das beliebte Zirkeltraining, immer wieder kleine aber steile Anstiege und kurze Abfahrten. Danach folgte noch als Highlight die Skiflugschanze am Kulm. Das ist immerhin die die größte Anlage der Welt. Anschließend  ging es dann endlich etwas länger bergab und die letzten 20 km waren relativ einfach zu fahren. Ich bin ja heute im Prinzip um das Dachsteingebirge herumgefahren. Von Hallstatt aus, kann man den Dachsteingipfel leider nicht sehen, da der See zu tief liegt. Aber heute hatte ich einen perfekten Blick auf das Dachsteinmassiv. Und das wieder bei bestem Wetter mit Sonnenschein und 24 Grad. Morgen bei meiner Königsetappe, sollen es sogar 26 Grad werden. Dann geht es rauf auf 1700 Meter Höhe, direkt zum Fuss des Dachsteingipfels. Neben der Seilbahntalstation, liegt mein Berghotel Türlwand. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf.